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Salatöl
im Tank
Unsere
heutigen Motoren werden nahezu ausschließlich
mit Benzin und Diesel angetrieben. Der Rohstoff ist
Erdöl. Die Ressourcen dieses überaus wertvollen
Rohstoffes, der auch in der Medizin, bei der Kunsstoffgewinnung
und vielen anderen Bereichen eine wichtige Rolle spielt,
ist aber endlich. Die Vorräte des Erdöls
werden in wenigen Jahrzehnten aufgebraucht sein!
Dem Klima droht Gefahr von den Oxydationsprodukten,
die bei der Verbrennung von Erdöl entstehen.
Der Verbrauch dieses fossilen Energieträgers
hat für das Weltklima zu einem gefährlichen
Anstieg des Treibhausgases CO2 geführt. Die Vernunft
gebietet uns, jeglichen weiteren CO2-Ausstoß
durch fossile Energieträger zu vermeiden.
Eine mögliche und bereits praxisreife Alternative
ist die Verwendung von Pflanzenöl als Ersatz
von Dieselkraftstoff.
Rudolf Diesel stellte 1900 auf der Weltausstellung
in Paris den nach ihm benannten Dieselmotor vor. Er
wurde damals mit Erdnussöl betrieben.
Die
heutige Rückbesinnung auf Pflanzenöl eröffnet
neue Zukunftsperspektiven als Kraftstoff für
Verbrennungsmotoren.
Der Anbau von Ölfrüchten zur Treibstoffgewinnung,
der Betrieb von Ölmühlen sowie der regionale
Einsatz von Pflanzenöl schafft Arbeitsplätze
, ist CO2-neutral und umweltfreundlich.
Damit entspricht der Einsatz von Pflanzenöl-Treibstoff
den Zielsetzungen des Biosphärenreservats und
dient einer nachhaltigen und zukunftsfähigen
Entwicklung ganz im Sinne der Agenda 21!
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Was
ist Pflanzenöl?
Weltweit wachsen ca. 400 verschiedene Ölpflanzenarten.
Die ölhaltigen Früchte wachsen unter und auf der
Erde, auf Sträuchern und auf Bäumen. Typische
bewährte Ölpflanzen in Deutschland sind z. B.
Sonnenblume, Senf, Raps und Öllein. Aus den Früchten
dieser Pflanzen kann reines Pflanzenöl gewonnen werden.
Bei Raps lassen sich aus der Saaternte eines Hektars ca.
1000 l Öl und 2000 kg Presskuchen erzeugen.
Der Raps ist in unserer Klimaregion die leistungsfähigste
Ölpflanze.
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Technische
Einsatzgebiete
Pionier dieser Entwicklung ist Ludwig Elsbett mit
einer eigenen Motorenreihe, die er in den 80er Jahren
entwickelte.
Anfang der 90er Jahre gelang den Vereinigten Werkstätten
für Pflanzenöltechnologie in Bayern der
Umbau serieller Dieselmotoren auf reinen Pflanzenölbetrieb.
Auch in Blockheizkraftwerken ist nach einer technischen
Nachrüstung der Einsatz von Pflanzenöl möglcih.
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Die
technische Umrüstung
Durch Eingriffe in Motor, Einspritzsystem, Kraftstoffkreislauf
und Motorsteuerung kann auf reinen Pflanzenölbetrieb
umgerüstet werden. Jederzeit kann aber in diesen
umgerüsteten Fahrzeugen auch wieder Diesel gefahren
werden. Der Kaltstart ist bis zur Fließgrenze
des Kraftstoffs (ca. - 15°) möglich. Bei
tieferen Temperaturen sollte man Winterdiesel zu mischen.
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Aufbau
einer Ölmühle
Ziel der Arbeitsgemeinschaft Pflanzenöl und des
Biospärenreservats ist es, eine eigene Ölmühle
und somit einen regionalen Wirtschaftskreislauf auf
Basis des Pflanzenöles zu begründen. Ölmühlen
haben in der Rhön eine lange Tradition. Bis in
die Nachkriegsjahre versorgten sie die Menschen mit
den benötigten Ölen.
Landwirte in der Rhön konnten die von ihnen angebauten
Ölfrüchte direkt einer örtlichen Ölmühle
zu führen.
Diese
würde hieraus Öl und Presskuchen, ein Nebenprodukt
des Pressvorgangs, gewinnen. Der Presskuchen ist ein
hochwertiges Eiweißfuttermittel. Er findet in
der Bullen- und Schweinemast sowie der Milchviehhaltung
Verwendung.
Rhöner Presskuchen kann so unnötige Transporte
von Futtermitteln (z. B. Soja oder Tapioka) aus Übersee
vermeiden helfen. Dies gilt auch für Futtermittelimporte
nicht definierter Qualität.
Dem Verbraucher dagegen käme das hochwertige
Pflanzenöl als Energieträger zugute. Damit
würde im Rahmen eines regionalen Wirtschaftskreislaufs
das Geld in der Region verbleiben.
Landwirtschaftliche Betriebe könnten gesichert,
Arbeitsplätze geschaffen und die Kulturlandschaft
Rhön erhalten werden.
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Wirtschaftlichkeit
Die mit dem Aufbau einer Ölmühle verbundenen
erheblichen Investitionskosten können erst dann
getätigt werden, wenn ein Mindestbestand an Pflanzenölmotoren
in der Region betrieben wird.
Bis zu diesem Zeitpunkt wird der Bedarf an "Naturdiesel"
über bereits bestehende Ölmühlen sicher
gestellt. Dabei liegt der Preis für den Liter
Pflanzenöl bei ca. 1 DM.
Mit
jeder Preis- und Steuererhöhung von Diesel/Benzin
verbessert sich die Wirtschaftlichkeit.
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Ökologische
Vorteile und Sicherheit
Die Nutzung regenerativer Energieträger aus nachwachsenden
Rohstoffen hat den Vorteil, dass sie CO2-neutral sind.
Bei ihrer Verbrennung wird nicht mehr Kohlendioxyd
frei gesetzt als zuvor von der Pflanze während
ihres Wachstums aus der Atmopsphäre auf genommen
wurde.
Durch kurze Transportwege könnten der Atmosphäre
weitere Schadstoffe erspart werden.
Pflanzenöl enthält kein Blei und ist schwefelfrei.
Der Rußausstoß wird deutlch reduziert.
Der Flammpunkt des Pflanzenöls liegt bei ca.
300° C und erweist sich von unschätzbarer
Sicherheit bei Unfällen.
Die Tatsache, dass Pflanzenöl zudem nicht wassergefährdend
ist, ermöglicht eine problemlose Kraftstofflagerung.
Die
private Tankstelle in der eigenen Garage kann damit
zur Realität werden.
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Aufgaben
und Ziele der "Arbeitsgemeinschaft Pflanzenöl"
Aufbau einer Modellregion für Pflanzenöl
im Biosphärenreservat Rhön
Anlage und Betreuung von Versuchsfeldern zur
Erprobung von Ölsaaten
Anwerbung von Vertragslandwirten für Ölsaatenanbau
und Presskuchenverwertung
Aufbau eines Pflanzenölversorgungsnetzes
Aufbau einer Umrüstungs- und Betreuungswerkstatt
in der Region
Beratung bei der Fahrzeugwahl und den Möglichkeiten
zur Umrüstung auf den zusätzlichen Betrieb
von Pflanzenöl
Börse für bereits umgerüstete
Fahrzeuge
Durchführung und Mithilfe bei Vortrags-
und Fachveranstaltungen
Zusammenstellung von Fahrzeugkontingenten zur
Reduzierung der Umrüstungskosten
Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Behörden
und Umweltverbänden
Zusammenarbeit mit dem örtlichen Stromversorger
Aufbau einer Ölmühle in der Region
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Weitere
Informationen erhalten Sie bei:
Arge
Pflanzenöl
Dipl. Ing. (FH) Jürgen Klose
Mittelstraße 25
36132 Eiterfeld-Leibolz
Tel/Fax 06672/3 26
oder
Hessische
Verwaltungsstelle
Biosphärenreservat Rhön
Groenhoff-Haus
Wasserkuppe
D-36129 Gersfeld
Tel. 06654/9 61 20
Fax 06654/96 12-20
www.biosphaerenreservat-rhoen.de
email: vwst@biosphaerenreservat-rhoen.de

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