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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Einführungsvortrag (Presseberichtt)
05.10.2001, FH Amberg-Weiden
Das Klima wird ungemütlich
Prof. Wolfgang Seiler vom Fraunhofer-Institut referierte beim Symposium
"Nachhaltige Energie"
 

Amberg. (frü) Ein klares "Ja, ein "Ja, aber" und ein "eher Nein" - Prof. Dr. Wolfgang Seiler nahm die Antworten vorweg. Rund eineinhalb Stunden referierte der Leiter des Fraunhofer- Instituts am Freitagabend im Audimax der Amberger Fachhochschule zum Thema Klimaänderung.

 

Prof. Dr. Wolfgang Seiler

 

 

"Ja, das Klima ändert sich. Das Klima hat sich schon immer geändert". Die erste von drei beim Symposium "Nachhaltige Energie aus der Region für die Region" im Raum stehenden Fragen beantwortete Prof. Seiler ohne Einschränkungen. Auch wenn der Wissenschaftler das "immer" auf ein, zwei Millionen Jahre beschränkte.

In den letzten Jahren habe man eine deutliche Temperaturerhöhung festgestellt, die in den letzten zehn,
20 Jahren "eine rasante Entwicklung nach oben" gemacht habe. In diesem Zeitraum stieg die Durchschnitts-temperatur um 0,3 bis 0,4 Grad Celsius. Ein auf den ersten Blick wenig besorgniserregender Wert. Aber: "Bei einer Erhöhung um ein Grad Celsius haben wir ein Klima, dass wir in den ein, zwei Millionen Jahren, die wir wissenschaftlich kennen, nicht hatten".

Ändert sich das globale Klima, ändert sich auch das regionale - so weit beantwortete der Leiter des Fraunhofer-Instituts auch die zweite Frage mit einem "Ja". Aber: "Die regionalen Auswirkungen können ganz anders sein als die globalen". An Vils, Naab und Donau werden wohl keine Palmen wachsen, dazu werde es im Winter zu kalt und feucht bleiben. Auf der anderen Seite werde es im August des Jahres 2040 oder 2050 in der Oberpfalz fünf, sechs Grad Celsius wärmer sein als heute und deutlich trockener, was wiederum die Landwirtschaft in Amberg, Schwandorf und Regensburg erhebliche beeinflusse.

Das Klima werde im wahrsten Sinne ungemütlich: Ökosysteme brechen zusammen, Gletscher tauen
schneller ab, Flüsse treten über die Ufer, Dürren, Hitzewellen und Unwetter häufen sich. Meteorologische Extremsituationen wie Hagelschauer oder Stürme nehmen zu.

"Können wir das Ganze noch meistern?" Bei Frage Nummer drei blieb Prof. Seiler eine klare Antwort schuldig, ist eine klare Antwort wohl auch nicht möglich. Der Ausstoß von so genannten Treibhausgasen wie Kohlendioxid müsste möglichst bald drastisch gesenkt werden, doch selbst dann sei nur noch das Tempo zu beeinflussen, "die Klimaänderung selbst ist nicht mehr zu vermeiden".


Amberger Zeitung, 8. Oktober 2001

1961-69

Studium der Meteorologie, Universität Mainz

1970

Promotion, Universität Mainz

1980

Habilitation, Fachgebiet Luftchemie,
ETH Zürich

 

Leitung der Arbeitsgruppe Spurengase,
MPI Mainz

1969-85

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz

1978

Gastwissenschaftler am National Center for Atmospheric Research, Boulder, USA

1980-89

Gastprofessor Georgia Institute for Technologie, Atlanta, USA

1980-82

Lehrauftrag an der ETH Zürich

seit 1986

Leiter des Fraunhofer-Instituts

1998

Berufung zum Honorarprofessor, Universität Augsburg

 

Forschungsschwerpunkte:· Messtechnik im Umweltbereich· Klima- und Umweltschutz· Gutachten (Klima, UVP)· Schadstoffbelastung· Emissionen/Emissionskataster· Numerische Simulationen·
GIS-Anwendungen
Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU), Forschungszentrum Karlsruhe GmbH