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FUKS
FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES
E. V.
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Fachvorträge
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| 06.10.2001,
FH Amberg-Weiden |
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Biogasnutzung
zur Erzeugung nachhaltiger Energie
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Dr.
Stephan Prechtl
ATZ-EVUS
Entwicklungszentrum für Verfahrenstechnik
Sulzbach-Rosenberg
jetzt:
ATZ
Entwicklungszentrum
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Das
regionale Symposium "Nachhaltige Energie,
aus der Region, für die Region" bot
den Teilnehmern die Möglichkeit, sich über
die Potenziale und technischen Möglichkeiten
der Nutzung regenerativer Energieträger in
der Region zu informieren und praxisnah zu diskutieren.
Zum Thema "Biogas" wurde hierzu ein
Überblick über die möglichen einzusetzenden
Substrate, deren Gasertrag und die mikrobiologischen
und technischen Grundlagen der Biogaserzeugung
aus Abfällen, landwirtschaftlichen Reststoffen
und Abwasser vorgestellt. Angaben zur Biogaszusammensetzung
und dessen energetischen Nutzung, beispielsweise
zur Strom- oder Dampferzeugung, wurden durch verfahrenstechnische
Möglichkeiten der Biogasreinigung ergänzt.
Der Einfluss von Stör- und Hemmstoffen auf
den Anlagenbetrieb und Maßnahmen die einen
"Reaktorabsturz" verhindern/vorbeugen
können, wurden an ausgewählten Beispielen
dargestellt.
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Dr. Stephan Prechtl, Jahrgang 1965, geboren in Sulzbach-Rosenberg;
Studium Biologie und Umweltschutz an der Universität
Regensburg und der TU München.Promotion zum
Dr. rer. nat. mit dem Thema "Einfluss der Vorbehandlung
auf die anaerobe Verwertung organischer Abfälle.
"Berufliche Tätigkeit als Umweltschutzberater
für kleinere und mittlere Unternehmen; seit
1996 am ATZ-EVUS Entwicklungszentrum für Verfahrenstechnik,
Schwerpunkt Entwicklung und Realisierung anaerober
Verfahren zur Abfall- und Abwasserbehandlung, mikrobiologische
Biogasreinigung, kostengünstige, nachhaltige
Abwasserreinigungssysteme.
Ab 2001 Abteilungsleiter Umwelt am ATZ-EVUS
Kontakt: ATZ Entwicklungszentrum
An der Maxhütte 1
92237 Sulzbach-Rosenberg
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Die
Vorstellung von realisierten großtechnischen
Anlagenbeispielen zur anaeroben Abfall- und Abwasserbehandlung
schloss den Vortrag ab.
In der anschließenden Diskussion stand neben
dem Referenten ein Landwirt aus der Region, der
eine Biogasanlage betreibt, für Fragen "rund
ums Thema Biogas" zur Verfügung. Im
Rahmen der Exkursionen bestand die Möglichkeit
der Besichtigung einer landwirtschaftlichen Biogasanlage
und einer Anlage zur anaeroben Abwasserreinigung,
deren produziertes Biogas direkt zur Substitution
fossiler Energie eingesetzt wird.
Einführung
Im Abschlussdokument der UNO-Konferenz für
Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro, 1992,
der Agenda 21, werden die wichtigsten Anforderungen
an eine globale nachhaltige Entwicklung zusammengefasst.
Die Umsetzung erfolgt sowohl im internationalen
wie nationalen Bereich. Mit Hilfe einer modernen
Kreislaufwirtschaft sollen auch in Deutschland
Stoffkreisläufe geschlossen und fossile Energieträger
zunehmend durch erneuerbare Energien substituiert
werden.
Der Einsatz der Biogastechnologie zur anaeroben
Abfall- und Abwasserbehandlung kann hierzu einen
wichtigen Beitrag leisten.
Abbildung 1 zeigt das technische Endenergiepotenzial
regenerativer Energien zur Stromerzeugung und
den bisher genutzten Beitrag des "Biogases".

Abbildung 2 zeigt den kontinuierliche Anstieg
der Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland seit
1992, wobei das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG)
seit dem Jahr 2000, die Nachfrage nach Biogasanlagen
stark gefördert hat.

Substrate / Biogasertrag
Als Substrate sind sämtliche biogenen Roh-/
Reststoffe und Abwässer geeignet, die anaerob
weitgehend abbaubar sind. Dies können beispielsweise
· landwirtschaftliche Abfallstoffe
· landwirtschaftliche Rohstoffe
· außerlandwirtschaftliche Abfallstoffe
oder
· hochverschmutzte Abwässer sein.
Beachtet
werden müssen Stör-, Hemm- und Schadstoffe,
die den Gärprozess, die weitere Verwertung
des Gärrückstandes und die Abwasser-/
Prozesswasseraufbereitung nachhaltig beeinflussen
können.Der
Biogasertrag ausgewählter Roh- und Abfallstoffe
ist in Abbildung 3 dargestellt.
Abbildung
3: Biogasertrag ausgewählter Roh- und Abfallstoffe
(verändert nach Weiland 2000, in Fachagentur
Nachwachsende Rohstoffe, Gülzower Fachgespräche
Band 15) Nach
Abbildung 3 lässt sich die spezifische Gasproduktivität
von Biogasanlagen durch Cofermentation deutlich,
um den Faktor zwei bis drei steigern. Bei der
Cofermentation sind jedoch umfangreiche gesetzliche
Regelungen, beispielsweise die Bioabfall- und
Biomasseverordnung, das Tierkörperbeseitigungsgesetz
und das Düngemittelgesetz / -verordung zu
beachten.
Mikrobiologische
Grundlagen
Der anaerobe biologische Abbau von Biopolymeren
erfordert eine mutualistische Vergesellschaftung
verschiedener anaerober Bakteriengruppen, die
das entsprechende Substrat schrittweise über
syntrophe, stoffwechselphysiologisch und energetisch
bedingte Wechselwirkungen zu Biogas umsetzen.
Die Biopolymere werden, wie in Abbildung 4 schematisch
dargestellt, über einen vierstufigen Prozess
aus
Hydrolyse, Acidogenese, Acetogenese und Methanogenese
zu den Endprodukten Methan und Kohlendioxid umgesetzt.
Die
Reaktortemperatur liegt bei der Mehrzahl der Anwendungen
bei etwa 35 °C, die Verweilzeiten variieren
zwischen 8 - 48 Stunden (Abwasserbehandlung) und
10 - 40 Tagen bei der Abfallbehandlung.
Vergärungsverfahren
Die eingesetzten Vergärungsverfahren lassen
sich in Nass- (ca. < 13 % TS) und Trockenvergärungsverfahren
unterteilen. Auf dem Markt sind ein- oder zweistufige
und mehrphasige Systeme vorhanden. Systeme mit
externer bzw. interner Biomasserückhaltung
ermöglichen den Bau kompakter Reaktoren mit
hohem Leistungsvermögen. In der anaeroben
Abwasserreinigung sind nahezu ausschließlich
kompakte Hochleistungssysteme wie der Upflow-Anaerobic-Sludge-Blanket
Reaktor (UASB) oder auch Festbettumlaufreaktoren
im Einsatz.
Biogaszusammensetzung / -reinigung / -nutzung
Biogaszusammensetzung und Biogaseigenschaften
sind in Tabelle 1 und 2 zusammengefasst.
Tabelle 1: Biogaszusammensetzung
| |
Biogas |
| Methan
|
50
- 75 Vol. % |
| Kohlendioxid
|
25
- 50 Vol. % |
| Stickstoff |
0
- 5 Vol. % |
| Sauerstoff |
0
- 2 Vol. % |
| Wasserstoff |
0 - 1 Vol. % |
| Ammoniak
|
0
- 1 Vol. % |
| Schwefelwasserstoff |
50
bis > 30000 ppm |
Tabelle
2: Biogaseigenschaften
| |
Biogas |
Erdgas |
| Heizwert
kWh/m³ |
6
|
10 |
| Dichte
kg/m³ |
1,2
|
0,7 |
| Dichteverhältnis
zu Luft |
-
0,9 |
0,54 |
| Zündtemperatur
°C |
700
|
650 |
| Verbrennungsgeschw.
m/s |
0,25
|
0,39
|
| Explosionsgrenzen
Vol. % |
6
- 12 |
5
-15 |
Zur
energetischen Nutzung des Biogases ist immer eine
Trocknung und Entschwefelung vorzusehen. Gängige
Verfahren zur Entschwefelung von Biogas sind:
·
biologische Gasreinigung
· Adsorptionsverfahren
· chemische Fällung
Abbildung
5 zeigt ein Schema des am ATZ-EVUS entwickelten
BIO-Sulfex-Moduls zur mikrobiologischen Entschwefelung
von Biogas.
Einfluss von Stör- und Hemmstoffen
Folgende Stör- und Hemmstoffe können
teilweise zu einer massiven Störung des
Betriebes einer Biogas-/ Abwasserreinigungsanlage
führen und sind daher besonders zu beachten:
· Sand, Steine, Metalle, Holz, Kunststoffe
· Chemikalien
· Detergentien/Desinfektionsmittel
· Sauerstoff
· Schwefelverbindungen
· Organische Säuren
· Nitrat- und Ammoniumstickstoff
· Schwermetalle
· "Schimmelbefall"
· Cyanide
Danksagung
Den Naabtaler Milchwerken, Schwarzenfeld, und
Herrn Max Gebhard, Dürnsricht, herzlichen
Dank für die Besichtigungsmöglichkeit
der Biogasanlagen im Rahmen der durchgeführten
Exkursion.
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