Kurzbeschreibung
Abwasser - Biogasanlage - Biogasverwertung
Das
gesamte Abwasser des Molkereibetriebes einschließlich
Käserei ohne Fäkalabwasser wird zentral
in einer
Abwassergrube
gesammelt.
(Der Verschmutzungsgrad liegt bei etwa 2.500 CSB/l).
Mit bis zu 3 Pumpen wird das in
zwei
Tanks mit je 300.000 l Inhalt
gefördert,
in denen das Abwasser für etwa 8 Stunden
verbleibt. Es findet hier eine Vorversäuerung
statt, es wird Eisenchlorid zugesetzt und es wird
neutralisiert auf etwa 7 pH. Über eine
Flotation
wird
das für den Anaerobreaktor schädliche
Fett entfernt und in einen Schlammtank geleitet.
Der Schlamm wird landwirtschaftlich verwertet.
Das Abwasser fließt über ein Pumpwerk
weiter über einen Vorlagebehälter in
einen
Konditionierungsbehälter
(Inhalt 20.000 l),
in
dem Temperatur und pH-Wert eingestellt werden.
Über eine Pumpe gelangt das Abwasser dann
in den
Anaerobreaktor
(Biogasreaktor) mit einem Inhalt von ca. 850.000
l.
Hier
erfolgt eine Umsetzung von im Abwasser enthaltenen
Nährstoffen zu Biogas. Dabei werden etwa
60-70%
der Nährstoffe umgesetzt. Das Biogas wird
im Kopfraum des Reaktors bei einem Druck von 0-20
Millibar
gesammelt und in einem eigens dafür ausgelegtem
Dampfkessel
zur
Verbrennung und Dampferzeugung zugeführt.
Dieser Dampf wird vorrangig verbraucht, damit
kein Biogas über eine vorhandene Notfackel
oder das Überdrcuksystem verloren geht. Ein
BHKW kam nicht in Frage, da die Investition etwa
fünf mal so teuer gewesen wäre und die
anfallende Wärme so nicht gebraucht wird.
Dampf wird jedoch immer benötigt. Das Abwasser
gelangt weiter über einen Überlauf in
die
Nitrifikation/Denitrifikation
(Behälter 1 Mio. l),
wo Stickstoff entfernt wird und mit aerob arbeitender
Biologie (Bakterien), unter teilweiser Belüftung,
enthaltene Stoffe abgebaut werden. Nächste
Station ist ein
Sedimentationstank
(Inhalt 800 Tsd. l),
wo
sich der entstehende Belebtschlamm mit dem darin
enthaltenen Phosphat absetzt und dann entweder
wieder dem vorliegenden Tank oder bei Überschuss
einem Entwässerungsfilter zugeführt
wird. Der Schlamm gelangt in den Schlammtank,
vom abfließenden Abwasser werden automatisch
Proben gezogen, bevor es in die Kanalisation gelangt,
die zur
Kläranlage
des Marktes Schwarzenfeld
führt.
Die Verschmutzungswerte des ablaufenden Wassers
liegen unter den Werten eines normalen kommunalen
Abwassers.
Einige Daten und Bemerkungen dazu:
Tägliche
Abwassermenge ca. 1.000 m3
Verschmutzungsgrad ca. 2.500 CSB
Ablaufwerte zur kommunalen Kläranlage ca.
300 CSB
Anfall Biogas pro Tag (50-80% Methangehalt, entspricht
500-600 l Heizöl) ca. 800 m3
Phosphat
und Schwefel werden durch Eisenchlorid gefällt.
Zum
Betrieb der Anlage ist eine Person für etwa
6 Stunden pro Tag notwendig. Der Automatisierungsgrad
ist hoch.
Eine
genaue Rentabilitätsberechnung fehlt noch,
der Betrieb ist finanziell jedoch wesentlich günstiger
und
technisch sicherer wie die zuvor betriebene reine
Aerobanlage. Zur Zeit laufen Versuche, mit Enzymzusätzen
Fett- und Eiweißstoffe vor der Behandlung
aufzuschließen, um einen höheren Wirkungsgrad
zu erreichen.