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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Exkursionen Biogas/Biomasse
06.10.2001
Anaerobe Abwasserreinigung und Biogas
zur Dampferzeugung

Naabtaler Milchwerke Bechtel oHG
Molkereistr. 5, 92521 Schwarzenfeld
Tel. 09435/3 08-0

 


Kurzbeschreibung
Abwasser - Biogasanlage - Biogasverwertung

Das gesamte Abwasser des Molkereibetriebes einschließlich Käserei ohne Fäkalabwasser wird zentral in einer

Abwassergrube

gesammelt. (Der Verschmutzungsgrad liegt bei etwa 2.500 CSB/l). Mit bis zu 3 Pumpen wird das in

zwei Tanks mit je 300.000 l Inhalt

gefördert, in denen das Abwasser für etwa 8 Stunden verbleibt. Es findet hier eine Vorversäuerung statt, es wird Eisenchlorid zugesetzt und es wird neutralisiert auf etwa 7 pH. Über eine

Flotation

wird das für den Anaerobreaktor schädliche Fett entfernt und in einen Schlammtank geleitet. Der Schlamm wird landwirtschaftlich verwertet. Das Abwasser fließt über ein Pumpwerk weiter über einen Vorlagebehälter in einen

Konditionierungsbehälter (Inhalt 20.000 l),

in dem Temperatur und pH-Wert eingestellt werden. Über eine Pumpe gelangt das Abwasser dann in den

Anaerobreaktor (Biogasreaktor) mit einem Inhalt von ca. 850.000 l.

Hier erfolgt eine Umsetzung von im Abwasser enthaltenen Nährstoffen zu Biogas. Dabei werden etwa 60-70%
der Nährstoffe umgesetzt. Das Biogas wird im Kopfraum des Reaktors bei einem Druck von 0-20 Millibar
gesammelt und in einem eigens dafür ausgelegtem

Dampfkessel

zur Verbrennung und Dampferzeugung zugeführt. Dieser Dampf wird vorrangig verbraucht, damit kein Biogas über eine vorhandene Notfackel oder das Überdrcuksystem verloren geht. Ein BHKW kam nicht in Frage, da die Investition etwa fünf mal so teuer gewesen wäre und die anfallende Wärme so nicht gebraucht wird. Dampf wird jedoch immer benötigt. Das Abwasser gelangt weiter über einen Überlauf in die

Nitrifikation/Denitrifikation (Behälter 1 Mio. l),

wo Stickstoff entfernt wird und mit aerob arbeitender Biologie (Bakterien), unter teilweiser Belüftung, enthaltene Stoffe abgebaut werden. Nächste Station ist ein

Sedimentationstank (Inhalt 800 Tsd. l),

wo sich der entstehende Belebtschlamm mit dem darin enthaltenen Phosphat absetzt und dann entweder wieder dem vorliegenden Tank oder bei Überschuss einem Entwässerungsfilter zugeführt wird. Der Schlamm gelangt in den Schlammtank, vom abfließenden Abwasser werden automatisch Proben gezogen, bevor es in die Kanalisation gelangt, die zur

Kläranlage des Marktes Schwarzenfeld

führt. Die Verschmutzungswerte des ablaufenden Wassers liegen unter den Werten eines normalen kommunalen Abwassers.

 


Einige Daten und Bemerkungen dazu:

Tägliche Abwassermenge ca. 1.000 m3
Verschmutzungsgrad ca. 2.500 CSB
Ablaufwerte zur kommunalen Kläranlage ca. 300 CSB
Anfall Biogas pro Tag (50-80% Methangehalt, entspricht 500-600 l Heizöl) ca. 800 m3

Phosphat und Schwefel werden durch Eisenchlorid gefällt.

Zum Betrieb der Anlage ist eine Person für etwa 6 Stunden pro Tag notwendig. Der Automatisierungsgrad ist hoch.

Eine genaue Rentabilitätsberechnung fehlt noch, der Betrieb ist finanziell jedoch wesentlich günstiger und
technisch sicherer wie die zuvor betriebene reine Aerobanlage. Zur Zeit laufen Versuche, mit Enzymzusätzen Fett- und Eiweißstoffe vor der Behandlung aufzuschließen, um einen höheren Wirkungsgrad zu erreichen.