Unter
dem Leitmotiv "Die Zeit ist reif für
den Einsatz von Biogas, Pflanzenöl, Biomasse/Holz"
veranstaltete die Umweltstation FUKS (Neunburg
v. W.) und die VHS Amberg-Sulzbach in Kooperation
mit ATZ-EVUS (Sulzbach-Rosenberg) sowie der FH
Amberg-Weiden ein in seinem Angebot an hervorragenden
Referenten in der Oberpfalz bisher einmaliges
Symposium "Nachhaltige Energie aus der Region
für die Region".
Eröffnet wurde das Symposium von Prof. Dr.
Wolfgang Seiler, Leiter des renommierten Fraunhofer
Institutes Garmisch, mit einem Vortrag zur Klimaerwärmung.
Nach Prof. Seiler wird sich das Klima deutlich
erwärmen. Als Folge davon steigt der Meeresspiegel
um 50 cm an!
Welche Auswirkungen hat die Erwärmung für
unsere Region? Im Sommer steigt die Temperatur
um bis zu 5° C an, die Niederschläge
nehmen um 10% ab, d.h. die Land- und Forstwirtschaft
wird bei uns massive Probleme bekommen. Im Winter
steigt die Temperatur um 1° C, die Niederschläge
nehmen um 10-20% zu. Erwartet werden Extremwetterlagen
wie wolkenbruchartiger Regen, mehr Stürme,
Hagel sowie starke Temperaturschwankungen, wie
wir sie im September und Oktober 2001 bemerkten.
Biomasse/Holz
(Prof. Dr.-Ing. S. Beer)
Verwendung von Holz zum Heizen in drei Varianten:
· Mit konventionellen Holzscheiten für
Kachelöfen oder Zentralheizungskessel
· Hackschnitzel für Mehrfamilienhäuser
oder ganze Straßenzüge, Brennstoffkosten
ca. 3 Pf/kWh
· Holzpelletheizung für Einfamilienhäuser
6 Pf/kWh (zum Vergleich: Heizöl bei einem
Preis von 75 Pf/l - Heizkosten 7,5 Pf/kWh)Dabei
besitzen Hackschnitzel oder Holzpellets den gleichen
Bedienungskomfort wie eine Öl- oder Gasheizung.Die
Versorgung mit Hackschnitzel erfolgt direkt durch
die Landwirte. Holzpellets werden bei uns von
mehreren Anbietern angeboten. Also auch hier ist
eine dauerhafte Versorgung gesichert.
Beispiel
für eine Hackschnitzelheizung - Sportpark
Hirschau bei Amberg:
Die Mehrkosten für eine Hackschnitzelheizung
haben sich in 4-5 Jahren amortisiert, da die Heizkosten
bei Hackschnitzeln um 50% niedriger sind als bei
Heizöl.
Biogas (Dr. S. Prechtl)
Mit der Biogastechnik lässt sich aus landwirtschaftlichen
Rohstoffen und Abfallstoffen sowie aus Abwässern
der Nahrungsmittelindustrie Biogas zur Strom-
und Wärmeerzeugung gewinnen. Mit dieser Technik
reinigen die Naabtaler Milchwerke ihr Abwasser
und ersetzen Öl bzw. Gas durch das gewonnene
Biogas. Landwirte können
ihre Gülle zur Biogasgewinnung nutzen und
gleichzeitig ihr häusliches Abwasser reinigen.
Aufgrund des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
hat sich die Zahl der Biogasanlagen seit 1999
von 850 auf 1650 verdoppelt. Trotzdem wird das
Potenzial nicht einmal zu 10% genutzt.
Einsatz von kalt gepresstem Pflanzenöl als
Dieselersatz (Prof. Dr.-Ing. M. Brautsch)
Aus den Rapskörnern wird durch eine einfache
mechanische Presse das Öl heraus gepresst,
gefiltert und kann dann sofort in umgerüsteten
Dieselmotoren als Kraftstoff verwendet werden.
Die Pressen können von Landwirten in Eigenregie
oder von Genossenschaften auf Landkreisebene betrieben
werden. Das Abfallprodukt, der Presskuchen, ist
ein hervorragendes Viehfutter oder es kann in
Biogasanlagen zur Biogasproduktion genutzt werden.
Das Besondere an dieser Technik: Es sind keine
großen chemisch-technischen Anlagen notwendig.
In der Region gibt es mehrere Umrüstungsbetriebe
von Diesel auf Pflanzenöl, wobei umgerüstete
Motoren auch
mit Diesel betrieben werden können. Im Landkreis
Schwandorf sind bisher zwei Pflanzenölhersteller
vorhanden.
Es ist auch kein Problem, bei sich zu Hause Pflanzenöl
zu lagern, da es keine gesetzlichen Auflagen gibt.
1 Liter Pflanzenöl kostet ca. 1,00 DM.
Das
Potenzial nachhaltiger Energie in unserer Region
(Prof. Dr.-Ing. F. Bischof)
Würden 20% des jährlichen Holzzuwachses
zusammen mit den Sägeholz-Resten, 25% der
Ackerfläche für den Rapsanbau, 50% des
Presskuchens sowie weitere 10% der Ackerfläche
für Energiemais zur Biogasgewinnung
und 50% des Bioabfallaufkommens ebenfalls zur
Biogaserzeugung eingesetzt, so ließen sich
20% des Energiebedarfs der Privathaushalte mit
Biomasse/Holz, Pflanzenöl und Biogas decken!
Damit könnten Diesel, Gas, Öl etc. Jahr
für Jahr im Wert von weit mehr als 50 Millionen
DM ersetzt werden. Das heißt, dieses Geld
fließt nicht aus der Region ab, sondern
verbleibt im Landkreis. So entsteht nicht nur
ein Rohstoffkreislauf, sondern auch ein fiskalischer
Kreislauf.
Die
nachhaltige Energie aus der Region für die
Region besitzt drei faszinierende Eigenschaften:
Mit ihrer Hilfe können wir der Klimaerwärmung
gegen steuern.
Sie fördert massiv die heimische Wirtschaft.
Die dazu notwendige Technik ist bei uns vorhanden
und für den weltweiten Export, vor allem
auch in die Entwicklungsländer und Schwellenländer
hervorragend geeignet, da sie robust und verhältnismäßig
einfach zu bedienen und zu warten ist.