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FUKS • FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.
Exkursionen Biomasse/Holz
06.10.2001
Gesamtenergiekonzept und Hackschnitzelheizanlage
im Sportpark Hirschau
 

Projektbeschreibung Sportpark Hirschau/Landkreis Amberg-Sulzbach

Im Bereich des Stadtgebietes der Stadt Hirschau überlegten die Schützengesellschaft Diana Hirschau e.V. eine moderne Schießanlage zu errichten und der Turn- und Sportverein 1870 Hirschau e.V. für seine Sparten einen Erweiterungsbau zu tätigen, was durch beengte räumliche Verhältnisse kaum realisierbar erschien.
Unter Beihilfe der Industrie und politischer Kräfte wurde der Versuch gestartet, eventuell ein Gemeinschaftsobjekt mit Ausgliederung aus der Stadt anzugehen.

Unter Einbindung des zweiten Fußballvereins mit Überwindung erheblicher Hürden entwickelte sich eine Lösung, die sicher Bayernweit seinesgleichen sucht. Aus zwei Fußballeinheiten TuS und SpVgg Weiße Erde wurde ein neuer Verein gegründet: TuS Weiße Erde 1995. Die Vereine TuS 1870 (jetzt ohne Fußballabteilung), der Neuverein TuS Weiße Erde 1995 und die Schützengesellschaft Diana beschlossen eine gemeinsame Sportanlage außerhalb der Stadt zu errichten. Allein diese Entscheidung macht störende Flächen im Stadtgebiet frei, ist städteplanerisch von immenser Bedeutung, das noch schwierigere, etwas gemeinsam zu machen, also zusammenzuwachsen, anstatt immer nur aufteilen.
Diese Ansätze könnten im Heimatpreis ebenso zum Ansatz kommen. Im Nachgang kann man feststellen, das dies mehr als gelungen ist.

Beim Neubau wurde immer besonderer Wert auf Umweltschonung und Beachtung unserer gegebenen Ressourcen gelegt, mit diesem Thema bewerben wir uns auch für den 4. Bayerischen Heimatpreis 2001. Die Beachtung der Ökologie sollte ein Kosteneinsparungseffekt mit sich bringen, der langfristig eine günstige Gestaltung der Betriebskosten erlaubt.

Als Anlagen sind detailliert die realistisch umsetzbaren Zusatzeinrichtungen aufgeführt. Ansätze waren:

· Oberflächenwasser zur Beregnung der Rasenspielfelder,
· Regenwassernutzung für die Toiletten im Sportheim,
· Nutzung der Sonnenenergie zur Brauchwasseraufbereitung,
· Einsatz einer Hackschnitzelheizung zur Verwendung nachwachsender Rohstoffe als Heizmaterial,
· Zusatzheizung für Spitzenabdeckung mit Gas.

Aber auch gebäudetechnisch wurde an Energieeinsparung und weitere Energienutzung gedacht. Bei der Bauausführung wurde so eingesetzt:

· Große Fensterflächen im Südbereich zur Nutzung der Sonneneinstrahlung
· Anbringen eines Isolierputzes zur Wärmedämmung
· Komplettisolierung der Dachflächen
· Alle Lampen wurden mit Sparlampen ausgestattet
· Für eine zentrale Lüftungsanlage wurden 7 effiziente den Bereichen zugeordnete Kleinanlagen mit Vorwärmung durch die Abluft eingebaut.

Das erste Betriebsjahr bestätigt die Richtigkeit höhere Investitionen getätigt zu haben, zum Wohle der Umwelt und des eigenen Geldbeutels, wobei die Entwicklung der Energiepreise sein übriges bewirkte.

Nutzung von Regen- und Oberflächenwasser:

Einsatz-Regenwasser Speichervolumen 27 m³
Toilettenspülungen im Sportheim
Wassermenge 500 m³ / Jahr

Einsatz-Oberfächenwasser 2 Autom. Regneranlagen Spielfeld A+B
Aus Regenwasserrückhaltebecken 7000 m²
Wassermenge 3.520 m³ / Jahr

Konzept Heizung

Technische Ausstattung Solaranlage 120 m²
Hackschnitzelheizung 90 kW
Gasheizung 1.Stufe 60 kW
2.Stufe 30 kW
Warmwasserspeicher 7.900 l

Heizmittelbedarf 2000 Hackschnitzel 318 m³
Flüssiggas 6,6 Nm³

Kostenvergleich

Beregnung Rasenspielfelder
Investitionsmehrkosten: 20.337 DM
Jährliche Kostenersparnis 13.965 DM

Regenwassernutzung Toiletten
Investitionsmehrkosten: 20.200 DM
Jährliche Kostenersparnis 2.025 DM

Konzept Heizung
Investitionsmehrkosten: 112.000 DM
Jährliche Betriebskosten 2000 12.975 DM

Geplante Jahreskosten 1996 14.000 DM
Geplante Jahreskosten Öl 1996 27.000 DM
Angenommene Kosten Öl 2000 43.000 DM
Angepasste Einsparung im Jahr 30.000 DM