Das
folgende Referat gibt einen Überblick über
das Potenzial für erneuerbare Energien in
dieser Region. Ferner sollen einige Projekte,
die bereits in Gang sind, vorgestellt werden:
Wasserkraft
In Argyll und Bute wird an mehreren Stellen
Strom aus Wasserkraftwerken erzeugt. Vor allem
zwischen 1950 und 1960 hat die zuständige
Schottische Behörde erhebliche Investitionen
in Wasserkraftwerke getätigt; mehrere kleinere
Wasserkraftwerke sind in Privatbesitz.
Besonders
das Speicher-Wasserkraftwerk auf dem Berg "Ben
Cruachan" ist von großer Bedeutung:
überschüssiger Strom aus dem nationalen
Netz wird billig gekauft, um die Turbinen zu betreiben
und um das Wasser aus dem See "Loch Awe"
durch einen Unterwassertunnel in ein 400 Meter
hoch gelegenes
Staubecken zu pumpen. Bei hohem Strombedarf wird
das Wasser zu einem Kraftwerk im Inneren des Berges
herabgelassen. Eine große Menge Strom kann
so sicher und umweltfreundlich gespeichert werden,
um den Bedarf in Spitzenzeiten decken zu können.
Windkraft
Schottland ist eines der windreichsten Länder
Europas und hat damit ein hervorragendes Potenzial
für Windkraftwerke. Im Moment allerdings
liegt Schottland bei der Nutzung dieser Energiequelle
noch hinter anderen Ländern, zum Beispiel
Dänemark, zurück. Soll die Windkraft
noch effektiver genutzt werden, müssen einige
wichtige Aspekte dabei berücksichtigt werden:
-
Die windreichsten Lagen befinden sich meistens
auf den Berggipfeln oder auf Inseln - also weit
ab von den Gebieten, in denen die Nachfrage am
größten ist. Um
jedoch den Strom vom Windpark zum Kunden transportieren
zu können, muss ein entsprechendes Stromnetz
aufgebaut werden.
- Viele dieser windreichen Gegenden sind zugleich
ökologisch besonders wertvolle oder sensible
Schutzgebiete. Deshalb muss bei der Errichtung
solcher Windanlagen äußerst behutsam
vorgegangen
werden.
- Windparks genießen häufig keine große
Beliebtheit; die Errichtung entsprechender Anlagen
wird deshalb
von ihren Gegnern vor Ort oftmals kritisch beäugt.Der
Argyll und Bute Council muss sich diesen Herausforderungen
stellen, um die Windenergie auf eine umweltverträgliche
Weise weiterentwickeln zu können.Die
jüngste Ankündigung, dass die Firma
Vestas - einer der größten Hersteller
von Windturbinen - eine neue Fabrik in Campbeltown
(Mull of Kintyre) errichten will, gab Argyll &
Bute einen immensen Auftrieb. Windturbinen werden
nämlich dann vor Ort gefertigt und auf dem
Seeweg nach ganz Großbritannien und nach
Europa transportiert.
Wellenkraft
Der erste Wellengenerator Großbritanniens
befindet sich auf der Insel "Islay".
Damit wurde bewiesen, dass diese neuartige, umkehrbare
Turbine mit wenig Aufwand in der Lage ist, auch
im rauhen Atlantik-Klima Strom zu erzeugen. Diese
neue Technologie bietet gute Chancen für
die Stromerzeugung an Küstenlagen.
Biomasse
Der Distrikt Argyll ist - mit jährlich
500.000 Tonnen - für die kommerzielle Holzproduktion
Großbritanniens von großer Bedeutung.
Die Tendenz ist steigend. Kleines Rundholz und
Abfalläste, die nach der Holzernte übrig
bleiben, können als Brennmaterial verwenden
werden, um Strom zu erzeugen. Momentan wird darüber
nachgedacht, wie dieses Material für örtliche
Heizsysteme oder für die Stromerzeugung verwendet
werden kann, und in Barcaldine (in der Nähe
von Oban) ist sogar ein kleines Biomasse-Kraftwerk
geplant.
ALIENERGY: Die Energie Behörde von Argyll,
Lomond und der vorgelagerten Inseln
Der Kreisrat hat, zusammen mit seinen Partnern,
eine neue Energie-Behörde ins Leben gerufen.
Sie soll es ermöglichen, dass nachhaltige
Energie und Energiequellen in Argyll & Bute
besser genutzt werden können.
Themen
und Herausforderungen
Bis jetzt ist das Potenzial nachhaltige Energiequellen
in Argyll & Bute noch nicht vollkommen ausgenutzt
worden. Schottland hat sich immer mehr auf Nuklearstrom
oder Kohlekraftwerke verlassen und hat dabei
seine nachhaltige Energiequellen größtenteils
übersehen. Zunehmende Sorge um die Umwelt,
vor allem in Hinsicht auf die globale Erwärmung,
hat inzwischen dazu geführt, dass man der
nachhaltigen Energie
größeres Interesse beimisst. Sowohl
die Regierung Großbritanniens als auch die
Schottische Exekutive unterstützen die Entwicklung
erneuerbarer Energie. Durch neue Technologien,
die jetzt entwickelt werden, kann man sowohl größere
Windturbinen als auch Wellengeneratoren konstruieren,
die nachhaltige Quellen sinnvoller und attraktiver
machen.Die
Ungewissheit über die Zukunft der Atomindustrie
ist ein Hauptfaktor. Zur Zeit werden 40% Strom
in Schottland in Atomkraftwerken erzeugt. Die
Atomindustrie argumentiert, dass Atomstrom nicht
zur globalen Erwärmung beiträgt und
weiter entwickelt werden soll, um die Abhängigkeit
von fossil-beheizten Kraftwerken zu verringern.
Es ist noch nicht sicher, welcher Richtung die
Regierung folgen wird, aber diese Entscheidung
ist von höchster Bedeutung für die zukünftige
Entwicklung nachhaltiger Energien.
Schluss
Die Entwicklung erneuerbarer Energien in Schottland
hat enormes unerfülltes Potenzial. Argyll
und Bute
besitzt eine der reichsten Energiequellen, aber
aus historischen Gründen ist sie nicht entwickelt
worden. Es ist aber wahrscheinlich, dass in den
nächsten Jahren eine bedeutende Entwicklung
dieser Quellen stattfinden wird.Es
ist uns bewusst, dass wir ein gemeinsames Interesse
mit dem Landkreis Amberg-Sulzbach teilen, diese
nachhaltige Energien zu entwickeln. Wir würden
gern mehr über Ihre Erfahrung zu diesem Thema
hören und dabei unsere bestehende Verbindungen
weiter ausbauen, um erneuerbare Energie in beiden
Ländern zu forcieren.