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Günstige Prognose für den Landkreis

Symposium "Nachhaltige Energie": Nachwachsende Rohstoffe der Region sehr gut nutzbar

Sulzbach-Rosenberg. (srz) Ein günstiges Bild von den Potenzialen nachhaltiger Energie im Landkreis Amberg-Sulzbach zeichnete Professor Franz Bischof beim Symposium "Nachhaltige Energie aus der Region für die Region".

Verantwortlich dafür sei unter anderem die geringe Bevölkerungsdichte von lediglich 86 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die entsprechende Zahl für Bayern liegt bei 171, für das Bundesgebiet bei 230.

Auch beim jährlichen Energieverbrauch pro Einwohner liegt der Landkreis mit 141 Gigajoule unter dem Bundesdurchschnitt (177). Trotzdem müssen enorme Anstrengungen unternommen werden, um den hohen Bedarf in Zukunft zu decken", so Bischof.

Ein beachtlicher Faktor sei insbesondere der Energieverbrauch im Verkehr. Die 64 000 im Landkreis gemeldeten Benzin-PKWs hätten einen Anteil von 21 Prozent am gesamten Energiebedarf. Für Diesel-PKWs liegt diese Zahl bei sechs Prozent. Der Energieverbrauch für die Bereitstellung von Wärme in den Privathaushalten (inklusive der Versorgung mit Warmwasser) nimmt 21 Prozent in Anspruch.

Biogas aus Mais
Der Professor an der Fachhochschule Amberg-Weiden empfahl für etliche Energiequellen aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe eine verstärkte Nutzung in der Region. Er nannte etwa den Anbau von Raps zur Gewinnung von Pflanzenöl für den Betrieb von PKWs, die thermische Nutzung von Holz zur Gewinnung von Wärme und Strom sowie den Einsatz organischer Abfälle beziehungsweise nachwachsender Rohstoffe (Anbau von Mais zur Gewinnung von Biogas).

Realistisch sei dabei eine 20-prozentige Nutzung des in einem Jahr nachwachsenden Holzbestandes (unter Hinzuziehung des Sägeholz-Restschnitts), eine für den Rapsanbau maximal zur Verfügung stehende Fläche von 9000 Hektar, eine hälftige Verwendung des Rapskuchens sowie des im Landkreis anfallenden Bioabfalls für die Biogasgewinnung und ein Anbau von Energiemais auf 5000 Hektar.

Daraus ergibt sich für die Region ein überdurchschnittliches Potenzial von Holz als Biomasse. Mit rund 369 000 Megawattstunden pro Jahr liegt es weit vor Biogas aus Mais (123 000) und Rapsöl (109 000).

Rapsöl für Traktoren
Diese Menge Rapsöl reicht nach den Berechnungen Bischofs aus, die landwirtschaftlichen Fahrzeuge der Region komplett mit dieser Energiequelle zu betreiben. Alternativ könnte man damit auch ein Drittel der von Diesel-PKWs benötigten Energie erzeugen.

Das gesamte Energiepotenzial des Landkreises aus nachwachsenden Rohstoffen könnte laut Bischof rund 20 Prozent des privaten Energiebedarfs decken.

Skandinavien vorne
Professor Stefan Beer sprach über das Heizen mit Biomasse in Form von Stückholz, Hackschnitzeln oder Pellets. Die skandinavischen Länder hätten auf dem Gebiet der Biomassenutzung einen großen Vorsprung gegenüber Deutschland. Dabei wiesen moderne Biomasseheizkessel sehr niedrige Schadstoffwerte auf und könnten Heizkosten im Bereich von Öl- oder Gasheizungen erreichen.

Dr. Stephan Prechtl vom ATZ-EVUS beschäftigte sich mit dem Einsatz von Biogastechnologie. Seit 1992 sei die Anzahl von Biogasanlagen in Deutschland kontinuierlich angestiegen, wobei das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 die Nachfrage besonders stark gefördert habe. Als Substrate seien alle biogenen Roh-, Rest- und Abfallstoffe sowie Abwässer (auch hochverschmutzte) geeignet., soweit sie anaerob abbaubar sind.


Sulzbach-Rosenberger Zeitung, 23. Oktober 2001