"Nahrung ist wie ein Geigenbogen, der den
schwingenden Organismus wie die Seite einer Geige
anzuregen vermag", begann Elisabeth Kaiser-Sellmann
den theoretischen Teil des Kochseminars. Die interessierten
Teilnehmerinnen lauschten gespannt den weiteren
Ausführungen: "Nahrungsmittel sind Heilmitteln
vergleichbar und übertragen fehlende Schwingungen
auf den Organismus, der diese für die Regulation
seiner raumzeitlichen Rhythmik benötigt und
nützt. Nicht die Kalorien sind der entscheidende
Nährwert beim Kochen nach den fünf Elementen,
sondern der "Informationsgehalt" macht
die Qualität der Lebensmittel aus; nicht
die chemische Zusammensetzung macht die Lebendigkeit
aus, sondern der Licht- und Energiegehalt der
Lebensmittel", so die Heilpraktikerin.
Nahrung
wird in asiatischen Ländern - das Fünf-Elemente-Prinzip
entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin
(TCM) - auch ganz gezielt eingesetzt, um eine
Disharmonie im Körper wieder in Harmonie
zu bringen.
Wieso
fünf Elemente? Wir kennen zunächst nur
vier Elemente. Sie gehen jedoch erst eine Verbindung
ein, wenn ein 5. Element dazukommt: Holz/Wind,
Hauch, Odem oder Äther genannt, zitierte
Kaiser-Sellmann die Philosophien der TCM und der
Tibetischen Medizin. In einigen asiatischen Ländern
versuchte man über die Fünf-Elemente-Ernährung
die Lebenskräfte solange wie möglich
zu erhalten, um sich dann im Alter der Spiritualität
intensiv widmen zu können und damit Weisheit
zu erlangen. Bis ins Mittelalter gab es im westlichen
Kulturkreis auch noch das Wissen um die Wirkung
des Geschmacks auf den Organismus. Bekannteste
Vertreterin in Mitteleuropa ist Hildegard von
Bingen.
Den
fünf Elementen - Feuer, Erde, Wasser, Holz,
Metall - werden die Geschmacksrichtungen scharf,
salzig, sauer, bitter und süß und damit
auch bestimmte Nahrungsmittel oder Gewürze
zugeordnet. Um ein optimales Zusammenspiel der
Organe zu erreichen, sollten die "Elemente"
gezielt eingesetzt werden, so die Heilpraktikerin.
Die Ernährung ist darüber hinaus auch
auf die Jahreszeiten abzustimmen: unterschiedliche
Elemente und damit Nahrungsmittel und Gewürze
sollten zu bestimmten Zeiten in den Vordergrund
treten.
Nach
den theoretischen Grundlagen ging Elisabeth Kaiser-Sellmann
zum praktischen Teil über: Sie bewies mit
ihrer Kochpräsentation, daß mit einfachen
Zutaten, die aus kontrolliertem biologischen Anbau
stammen, sehr schmackhafte Gerichte unter Einbeziehen
der "Fünf Elemente" zubereitet
werden können. Das Rezept des Tages: Putenfleisch
würfeln, in Pfeilwurzelmehl wälzen,
mit Butterschmalz im Wok 2- 3 Minuten dünsten.
Dann aus dem Wok nehmen; Zwiebeln, Staudensellerie
und rote Paprika klein schneiden und zusammen
im Wok dünsten, Currymischung dazu; Sojasoße,
Essig, gekeimte Bohnensprossen, Wolkenohren (Pilze)
und wildes Pfeilwurzelmehl dazu. Als Beilage:
Basmatireis mit Petersilie.
Seit
vielen Jahren ernährt sich die Heilpraktikern
selbst nach den fünf Elementen, hat das Verständnis
von Ernährung sozusagen "gegessen".
Doch selbst nach dieser langen praktischen Erfahrung,
meint sie, ist es kaum möglich, die Komplexität
dieser Philosophie voll und ganz zu erfassen:
auch sie lerne ständig dazu.
Am
9.November 2002 um 14.00 Uhr findet erneut ein
"Fünf-Elemente-Kochen" in der Umweltstation
FUKS in Neunburg vorm Wald statt. Anmeldung werden
entgegengenommen unter Tel. 09672-925830.
Josefine Kiener, FUKS