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FUKS• FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.


Bepflanzungsaktion

Baustein / Aktion:
Anlegen eines Hochbeetes / Steingartens

Bau einer Trockenmauer aus Granitsteinen
• Bodenvorbereitung
• Bepflanzung des Hochbeetes/Steingartens
• Sonstige Pflanzarbeiten

Gestaltungsaktionen im Außengelände der Umweltstation FUKS mit Jugendlichen des
Städtischen Jugendtreffs Neunburg vorm Wald

Teilnehmer :
Kinder und Jugendliche und im Alter von 10 - 16 Jahre

Beschreibung:
Bau einer Trockenmauer
Mitte April 2005 wurde die Lage der Trockenmauer, des Hochbeetes, der Sitzgruppe und der Feuerstelle anhand des Planentwurfs festgelegt.
Eigentlicher Baubeginn war am Mittwoch, 27. April 2005. Die Jugendlichen schlichteten mit Eifer die antransportierten schweren Granit-Findlinge auf den vorgesehenen Platz. Die Trockenmauer sollte gleichzeitig als Stützmauer für den noch zu bauenden Steingarten dienen. Die Arbeiten wurden am darauffolgenden Freitag sowie bei zwei weiteren Arbeitseinsätzen am 4. und 6. Mai fortgesetzt.


Damit die ca. einen Meter hohe Mauer möglichst natürlich wirkt, wurden die Fugen nicht mit Mörtel verschlossen. Die Zwischenräume lassen somit genügend Raum für die Ansiedlung von trockenheitsresistenten Pflanzen.
Ihre Standfestigkeit erhielt die Mauer allein durch ihr Eigengewicht und dadurch, dass Steine entsprechend ihrer Form aneinander gereiht wurden. Durch ihren geschwungenen Verlauf passt sie sich gut in die Umgebung ein.


Bodenvorbereitung
Um den trockenheitsliebenden Pflanzen später "nasse Füße zu ersparen", ist eine gute Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten. In diesem Fall bestand der Untergrund teilweise aus wasserdurchlässigen Rasengittersteinen. Darauf wurde eine Schicht grober Kies und Schotter aufgebracht. Anschließend wurde
die Mauer mit Oberboden, der von einem LKW angeliefert worden war, in Handarbeit bei mehreren Arbeitseinsätzen hinterfüllt, bis ein kleiner Pflanzhügel entstand. Außer der Wasserdurchlässigkeit ist zu beachten, dass möglichst nährstoffarmer Boden verwendet wird.

Bei einem herkömmlichen Steingarten (Alpinum) werden kalkhaltige Böden und Gesteine verwendet. Denkbar sind aber auch sandige, nährstoffarme Standorte, was bei der Pflanzenauswahl aber unbedingt berücksichtigt werden muss. In diesem Fall konnte preisgünstig Oberboden von einer benachbarten Baustelle verwendet werden, wovon zwei LKW-Ladungen angeliefert wurden.

Die Bepflanzung sollte möglichst "frei" ausfallen mit Kräutern, Blüten- und Wildpflanzen in einem harmonischen Miteinander.
 
Die Bedeutung der Pflanzenauswahl für Insekten und Schmetterlinge
Die richtige Auswahl der Pflanzen ist entscheidend, will man Insekten, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge anlocken. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass die einzelnen Insektenarten die Blüten bestimmter Pflanzen als Nektarquelle aufsuchen. Die Raupen der Schmetterlinge benötigen zudem bestimmte Pflanzen / Gräser oder Blätter bestimmter Bäume als Nahrung.
Bei einer Neuanlage oder Umgestaltung empfiehlt es sich, die einschlägige Fachliteratur zu Rate zu ziehen. Zu empfehlen ist beispielsweise das Buch von Dr. Reinhard Witt, Ein Garten für Schmetterlinge, Kosmos-Verlag Stuttgart.


Grundsätzlich gilt, dass auf gefüllt blühende Arten - trotz ihrer optischen Wirkung und Ästhetik - zugunsten einfach blühender Arten oder Wildformen verzichtet werden sollte.
Fertige Samenmischungen für unterschiedliche Standortverhältnisse gibt es im Einzelhandel zu kaufen oder können bei Spezialbetrieben bestellt werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Wildpflanzensamen in der Umgebung, an Wegesrändern und nährstoffarmen Standorten zu sammeln und auf naturnahen Pflanzungen, z. B. auf entsprechend vorbereiteten Flächen in Schulgärten und Kindergärten, auszusäen.
Bepflanzung des Hochbeetes/Steingartens
Anfang Juni 2005 konnte dann die lange erwartete Bepflanzungsaktion gestartet werden. Zuvor wurden die entsprechenden Pflanzen und Werkzeuge in einer Baumschule/Staudengärtnerei bzw. Baumarkt anhand einer Liste eingekauft. Die Töpfchen mit den Pflanzen wurden standortgerecht auf der Pflanzfläche in den richtigen Abständen verteilt - trockenheitsresistente Kräuter wie Thymian, Wilder Majoran, Ysop, Katzenminze usw. in den stark besonnten Teil am Rand der Mauer, die höheren, Halbschatten vertragende Gewächse wie Greiskraut (Ligularia), Baldrian, Pfefferminze usw. kamen in den hinteren Teil im Übergangsbereich unter dem Schatten werfenden Kronendach eines großen Bergahorn-Baumes.
Die Kinder und Jugendlichen hatten sichtlich Spaß an der Aktion und hörten den Erklärungen während der Pflanzaktion gerne zu. Für die meisten von ihnen war die Pflanzaktion eine neuartige Erfahrung.
Überrascht zeigten sie sich, wenn sie zum Beispiel feststellten, dass die Blätter der Marokkanischen Minze nach dem Zerreiben ganz ähnlich wie Kaugummi riechen.

Ein wichtiger Gesichtspunkt war, dass die Kräuter und Stauden als Nektarquelle für Insekten und Schmetterlinge dienen sollten. Einige Kräuter konnten später auch als Zutaten für Grillgerichte verwendet werden (Ysop, Zitronenmelisse usw.). Neben einen vorhandenen Lichtmasten pflanzte man einen selbstklimmenden Wilden Wein, um diesen später zu beranken.

Nach einem sehr regnerischen Juni entwickelte sich das Steingartenbeet in der Folgezeit prächtig.
Die Blüte im Hochbeet / Steingarten erreichte im August / September 2005 ihren Höhepunkt.

Folgende Schmetterlingsarten wurden seitdem beobachtet:
Schwalbenschwanz, Trauermantel (Einzelexemplare), Aurorafalter, Bläulinge, C-Falter, Hummelschwärmer, Gamma-Eule, häufige Arten wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral.
Auf die richtige Pflanzenauswahl kommt es an ...

Will man einen Steingarten oder ein Kräuterbeet nicht im klassischen Sinn, sondern möglichst
naturnah und "wild" anlegen, bietet es sich an, typische Steingarten-Pflanzen mit wenigen höheren
mehrjährigen Blütenstauden oder auch Küchen-/Heilkräutern und sogar Einjährigen zu kombinieren.
Dies setzt Freude am Experimentieren unter Beachtung der Standortverhältnisse voraus. Sehr gut trockenverträgliche Polsterstauden und Kräuter (z.B. Thymian, Ysop, Origanum usw.) wurden an den Rand der Trockenmauer gepflanzt. Höhere Stauden rückten in den Hintergrund. In die Zwischenräume wurden einjährige Pflanzen (vor allem Wildformen) eingesät, die sich nach der Blüte von selbst aussamen können.

 

Die dem Standort am besten angepassten Arten werden sich im Laufe der Jahre durchsetzen. Das Ergebnis ist eine lebendige, farbenfrohe Pflanzung, die zahlreiche Insekten anzieht. Fertige Samenmischungen mit ein- und mehrjährigen Wildpflanzen (für Schmetterlinge, Insekten) sind im Einzelhandel und bei
Spezialbetrieben erhältlich, oder aber man sammelt sie an entsprechenden Standorten wie Wegesrändern oder Brachflächen.
Bei einer Neuanlage oder Umgestaltung empfiehlt es sich, die einschlägige Fachliteratur zu Rate zu ziehen.

Sonstige Pflanzarbeiten
Zusätzlich wurden im Eingangsbereich zum Hof verschieden Pflanzen gesetzt: Schmetterlingsstrauch, Nachtkerzen, Sonnenhut, Sonnenblumen, Topinambur, Waldgeißblatt, Blutstorchschnabel, Frauenmantel und einjährige Pflanzen wie Ringelblume und Schmuckkörbchen, die sich selbst aussamen.

 


Clematis und Geißblatt beranken ein nicht mehr benutztes Schiebetor und einen Teil des übrig gelassenen Maschendrahtzaunes.
Im Oktober 2005 pflanzten die Jugendlichen zahlreiche Zwiebeln von Frühjahrsblühern wie zum Beispiel Botanische Krokusse zum Verwildern, Winterlinge, Traubenhyazinthen, Blausternchen, Schneeglöckchen und Narzissen.

Der Bau der Trockenmauer beginnt ...
   
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

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