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FUKS• FORUM FÜR UMWELT, KULTUR UND SOZIALES E. V.

Baustein / Aktion:
Bau einer Insektennistwand

 

Gestaltungsaktionen im Außengelände der Umweltstation FUKS mit Jugendlichen des
Städtischen Jugendtreffs Neunburg vorm Wald

Teilnehmer :
Kinder und Jugendliche und im Alter von 10 - 16 Jahre
Beschreibung:
In mehreren Arbeitsschritten an sechs Abenden von Ende Juni bis September 2006 entstand eine Insektennistwand für Solitärbienen und -wespen. Aus ungeschälten Fichten-Rundhölzern wurde zunächst der Holzrahmen gezimmert, wobei die Jugendlichen handwerklich gefordert waren: Messen, sägen, bohren, schrauben... Das fertige Gerüst wurde auf einer Wiese an einer gut besonnten Stelle in der Nähe der Umweltstation aufgestellt und fest einbetoniert. Der Rahmen wurde anschließend mit verschiedenen natürlichen Materialien wie Schilfrohrbündel, Lehm, Kiefernzapfen und angebohrten Holzklötzen aus Hartholz aufgefüllt. Eine Abdeckung mit Holzschindeln als Regenschutz durfte nicht fehlen. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit kann erst ab 2007 mit dem Bezug des "Insektenhotels" gerechnet werden.
Die Bohrlöcher - mit unterschiedlichen Tiefen und Durchmessern - in den Harthölzern werden von Mauer-, Scheren- und Blattschneiderbienen bewohnt. Die Weibchen dieser Arten bauen in den Holzgängen meist mehrere Brutzellen, die durch Lehm oder Blattstückchen abgetrennt sind. Die Zellen werden mit Pollen und Nektar gefüllt, von dem sich dann die heranwachsende Jungbiene ernährt. Die Entwicklung zur fertigen Biene erfolgt über die Eiablage und das Madenstadium. Im Gegensatz zu den staatenbildenden Hummeln oder Honigbienen versorgt bei diesen sogenannten Solitärbienen jeweils nur ein Weibchen die Brutzellen für die eigenen Nachkommen.
Ähnlich verfahren kleine solitär lebende Grabwespen. Sie bewohnen bevorzugt hohle oder markhaltige Pflanzenstängel oder Hohlräume im Holz. In ihre Brutzellen bringen sie betäubte Blattläuse, Spinnen, Fliegen usw., von denen sich die heranwachsenden Wespenmaden ernähren.


Den ganzen Sommer über können an der Wand Beobachtungen über das Leben und die Bedeutung dieser faszinierenden Insekten gemacht werden. Da die Tiere nicht stechen, sind derartige Insektennisthilfen in Kindergärten, Schulen, Parks oder Privatgärten sehr empfehlenswert.
Wegen ihrer Bestäuberleistung und der Regulierung anderer Insektenarten leisten Bienen und Wespen einen wertvollen Beitrag im Naturhaushalt. Die Vernichtung ihrer Lebensräume (Lehmfachwerk, Hohlwege, Blumenwiesen, Hecken, etc.) und der Einsatz giftiger Spritz- und Holzschutzmittel hat jedoch viele Arten in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgedrängt.
Durch einfache Möglichkeiten kann man zum Schutz dieser Tiere beitragen:

Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel, Insektizide und giftige Holzschutzmittel
Pflanzen von blütenreichen, einheimischen Sommerblumen (ohne gefüllte Blüten), Stauden und Gehölzen
Gezieltes Anbringen von Nisthilfen, bzw. Stehenlassen von Altholz und Staudenresten an sonnigen Plätzen

Als mögliche Bewohner der Insektennistwand können auftreten:
Nisthölzer, Niströhren:
Mauerbienen, Löcherbienen, Scherenbienen, Blattschneiderbienen, Maskenbienen
Niststeine, Ziegel:
Mauerbienen, Wollbienen, Blattschneiderbienen
Markhaltige Stängel:
Keulhornbienen, Mauerbienen, Maskenbienen, Blattschneiderbienen, Töpfer-Grabwespen
Morsches Holz:
Blattschneiderbienen, Blaue Holzbienen, Pelzbienen, Mauerwespen
Lehmwand:
Pelzbienen, Seidenbienen, Furchenbienen, Maskenbienen, Lehmwespen, Mauerwespen
Schilf:
Töpfer-Grabwespen, Mauerwespen
Als parasitierende Insekten:
Goldwespen, Gichtwespen, Schlupfwespen, Käfer, Fliegen u.ä.


Der Holzrahmen für die Insektennistwand wird gezimmert

Morsches Holz - wie hier von einer abgestorbenen Weide - wird von verschiedenen Solitärbienen- und Wespenarten bewohnt

Herstellen des Betonfundaments
Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

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Vom Biber gefällte Erle im Stadtpark Neunburg v. W.