Beschreibung:
In mehreren Arbeitsschritten an sechs Abenden von Ende Juni
bis September 2006 entstand eine Insektennistwand für Solitärbienen
und -wespen. Aus ungeschälten Fichten-Rundhölzern
wurde zunächst der Holzrahmen gezimmert, wobei die Jugendlichen
handwerklich gefordert waren: Messen, sägen, bohren, schrauben...
Das fertige Gerüst wurde auf einer Wiese an einer gut besonnten
Stelle in der Nähe der Umweltstation aufgestellt und fest
einbetoniert. Der Rahmen wurde anschließend mit verschiedenen
natürlichen Materialien wie Schilfrohrbündel, Lehm,
Kiefernzapfen und angebohrten Holzklötzen aus Hartholz
aufgefüllt. Eine Abdeckung mit Holzschindeln als Regenschutz
durfte nicht fehlen. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit
kann erst ab 2007 mit dem Bezug des "Insektenhotels"
gerechnet werden.
Die Bohrlöcher - mit unterschiedlichen Tiefen und Durchmessern
- in den Harthölzern werden von Mauer-, Scheren- und Blattschneiderbienen
bewohnt. Die Weibchen dieser Arten bauen in den Holzgängen
meist mehrere Brutzellen, die durch Lehm oder Blattstückchen
abgetrennt sind. Die Zellen werden mit Pollen und Nektar gefüllt,
von dem sich dann die heranwachsende Jungbiene ernährt.
Die Entwicklung zur fertigen Biene erfolgt über die Eiablage
und das Madenstadium. Im Gegensatz zu den staatenbildenden Hummeln
oder Honigbienen versorgt bei diesen sogenannten Solitärbienen
jeweils nur ein Weibchen die Brutzellen für die eigenen
Nachkommen.
Ähnlich verfahren kleine solitär lebende Grabwespen.
Sie bewohnen bevorzugt hohle oder markhaltige Pflanzenstängel
oder Hohlräume im Holz. In ihre Brutzellen bringen sie
betäubte Blattläuse, Spinnen, Fliegen usw., von denen
sich die heranwachsenden Wespenmaden ernähren.
|
Den ganzen Sommer über können an der Wand Beobachtungen
über das Leben und die Bedeutung dieser faszinierenden
Insekten gemacht werden. Da die Tiere nicht stechen, sind
derartige Insektennisthilfen in Kindergärten, Schulen,
Parks oder Privatgärten sehr empfehlenswert.
Wegen ihrer Bestäuberleistung und der Regulierung anderer
Insektenarten leisten Bienen und Wespen einen wertvollen Beitrag
im Naturhaushalt. Die Vernichtung ihrer Lebensräume
(Lehmfachwerk, Hohlwege, Blumenwiesen, Hecken, etc.) und der
Einsatz giftiger Spritz- und Holzschutzmittel hat jedoch viele
Arten in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgedrängt.
Durch einfache Möglichkeiten kann man zum Schutz dieser
Tiere beitragen:
| |
Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel, Insektizide und
giftige Holzschutzmittel
|
| |
Pflanzen
von blütenreichen, einheimischen Sommerblumen (ohne
gefüllte Blüten), Stauden und Gehölzen
|
| |
Gezieltes
Anbringen von Nisthilfen, bzw. Stehenlassen von Altholz
und Staudenresten an sonnigen Plätzen |
Als mögliche
Bewohner der Insektennistwand können auftreten:
Nisthölzer, Niströhren:
Mauerbienen, Löcherbienen, Scherenbienen, Blattschneiderbienen,
Maskenbienen
Niststeine, Ziegel:
Mauerbienen, Wollbienen, Blattschneiderbienen
Markhaltige Stängel:
Keulhornbienen, Mauerbienen, Maskenbienen, Blattschneiderbienen,
Töpfer-Grabwespen
Morsches Holz:
Blattschneiderbienen, Blaue Holzbienen, Pelzbienen,
Mauerwespen
Lehmwand:
Pelzbienen, Seidenbienen, Furchenbienen, Maskenbienen,
Lehmwespen, Mauerwespen
Schilf:
Töpfer-Grabwespen, Mauerwespen
Als parasitierende Insekten:
Goldwespen, Gichtwespen, Schlupfwespen, Käfer, Fliegen
u.ä.
|